Steuerreform 2020

Die Steuerreform wurde im September 2019 im Nationalrat beschlossen. Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Aspekte.

Entlastung für Geringverdiener

Das Steuerreformgesetz sieht eine Entlastung niedrigerer Einkommen durch eine höhere Rückerstattung der Sozialversicherungsbeiträge (Negativsteuer) und eine Erhöhung des Verkehrsabsetzbetrags vor. Bis zu einem maximalen Jahreseinkommen von 21.500 € wird Steuerpflichtigen ab 2020 zusätzlich zur bisherigen Rückerstattung der Sozialversicherungsbeiträge ein "Sozialversicherungsbonus" von 300 € gewährt.

Änderungen für Kleinunternehmer im Umsatzsteuerrecht

Die Kleinunternehmergrenze - jene Umsatzgrenze, ab der Umsatzsteuerpflicht besteht - wird ab 1.1.2020 von derzeit 30.000 € auf 35.000 € pro Jahr erhöht. Unverändert wie bisher kann zur Umsatzsteuerpflicht bei gleichzeitig in der Regel zustehendem Vorsteuerabzug optiert werden.

Änderung bei der Pauschalierung

Für Kleinunternehmer mit Einnahmen-Ausgaben-Rechnung und nicht mehr als 35.000 € Jahresumsatz besteht ab 2020 künftig ein Wahlrecht, für die der Einkommensteuer zugrunde liegende steuerliche Gewinnermittlung, anstatt der Einzelaufzeichnung einen pauschalen Betriebsausgabenabzug vorzunehmen. Für die Höhe der Pauschalen sind lediglich die Umsatzhöhe und die Branche ausschlaggebend. Es werden also die Umsätze herangezogen und davon ohne Nachweis von Ausgaben pauschale Betriebsausgaben angesetzt. Der Betriebsausgabenpauschalsatz beträgt 45 %. Da Dienstleistungsbetriebe im Verhältnis zum Umsatz typischerweise eine geringe Kostenbelastung aufweisen, ist für derartige Betriebe ein reduzierter Satz von 20 % anzuwenden. Damit sind sämtliche Betriebsausgaben abgegolten. Der Grundfreibetrag kann abgesetzt werden. Ebenso abzugsfähig sind Beiträge in der Pflichtversicherung in der gesetzlichen Kranken-, Unfall und Pensionsversicherung und vergleichbare Ausgaben.

Senkung der Krankenversicherungsbeiträge für Selbständige und Landwirte

Der Krankenversicherungsbeitrag wird für diese Gruppe unabhängig von der Einkommenshöhe einheitlich um 0,85 % der Beitragsgrundlage abgesenkt. Der Krankenversicherungsbeitrag für Selbständige und Landwirte beläuft sich daher zukünftig nur mehr auf 6,8% statt auf 7,65%.

Verdoppelung bei den geringwertigen Wirtschaftsgütern

Die Grenze für die Sofortabschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG) wird von 400 € auf 800 € verdoppelt. Die Regelung ist erstmals für Wirtschaftsjahre anzuwenden, die nach dem 31.12.2019 beginnen. Das soll einen zusätzlichen Investitionsanreiz bieten.