Kinderbetreuung 2017

Grundsätzlich gilt, dass Kinderbetreuungskosten bis höchstens EUR 2.300,-- jährlich für Kinder bis zum 10. Lebensjahr als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden können. Vorausgesetzt wird eine Betreuung des Kindes durch öffentliche oder private Kinderbetreuungseinrichtungen (z.B. Kinderkrippen, Kindergarten, Horte oder Spielgruppen) oder aber auch durch eine pädagogisch qualifizierte Person.

Mit dem Erkenntnis 2012/15/0211 vom 30.09.2015 des Verwaltungsgerichtshofes sowie der Einarbeitung dieses Ergebnisses in die Lohnsteuerrichtlinien Ende 2016 wurden die Anforderungen an eine pädagogisch qualifizierte Person neu definiert. Dies gilt insbesondere für das zeitliche Ausmaß der erforderlichen Ausbildung.

Pädagogisch qualifizierte Personen sind Personen, die eine Ausbildung zur Kinderbetreuung und Kindererziehung nachweisen können. Die Betreuungsperson muss das 18. Lebensjahr vollendet haben und eine Ausbildung zur Kinderbetreuung und Kindererziehung im Mindestausmaß von 35 Stunden, und nicht wie bisher von nur 8 Stunden, nachweisen.

Als erforderliche Ausbildungsinhalte werden dabei definiert:

  • Entwicklungspsychologie und Pädagogik
  • Kommunikation und Konfliktlösung
  • Erste Hilfe-Maßnahmen der Unfallverhütung im Rahmen der Kinderbetreuung

Die Ausbildung darf ausschließlich bei Organisationen, die auf der Homepage des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend (www.bmfj.gv.at) angeführt sind, absolviert werden.

Erfolgt eine Kinderbetreuung im Jahr 2017 ohne dass die betreuende Person über die für die Abzugsfähigkeit erforderliche Ausbildung verfügt, kann die Ausbildung spätestens bis 31. Dezember 2017 nachgeholt werden. Bis Ende 2016 absolvierte Ausbildungen können im Ausmaß von max. 8 Stunden angerechnet werden. Über eine eventuelle Anrechnung ist vom (Kurs-)Anbieter zu entscheiden.

Ab 2018 dürfen Kinderbetreuungskosten erst ab jenem Zeitpunkt steuerliche Berücksichtigung finden, ab dem die jeweilige Betreuungsperson über die erforderliche Ausbildung verfügt.

Weiters ist darauf zu achten, dass eine steuerliche Absetzbarkeit der Betreuungskosten nur gewährt wird, wenn die pädagogisch qualifizierte Person nicht demselben Haushalt wie das zu betreuende Kind angehört. Eine solche Haushaltszugehörigkeit ist jedenfalls gegeben, wenn in einem Haus nur eine gemeinsame Küche, ein gemeinsames Bad oder eine gemeinsame Toilette vorhanden sind.