Grundanteilsverordnung 2016

Neuberechnung Grundanteil bei Vermietung

Durch das Steuerreformgesetz wurde das Aufteilungsverhältnis zwischen Grund und Gebäude einer Neuregelung unterworfen. Der pauschale Anteil des Grund und Bodens bei Vermietung und Verpachtung beträgt nun grundsätzlich 40 % anstelle der bisher gültigen 20 %. Der pauschale Anteil des Gebäudes verringert sich somit auf 60 % und dieser reduzierte Anteil ist als Bemessungsgrundlage für die jährliche Abschreibung in Höhe von 1,5 % heranzuziehen. Im Rahmen der Überschussrechnung für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung kann daher ab 2016 nur mehr eine geringere Abschreibung geltend gemacht werden.

Zusätzlich zur gesetzlichen Regelung wurde durch den Gesetzgeber  im Rahmen der Grundanteilsverordnung die Möglichkeit zur Festsetzung abweichender Aufteilungsverhältnisse geschaffen:

Im Regelfall betrifft der Anteil des Grund und Bodens 40 % -
ABER in Ausnahmefällen ist auch ein Ansatz von 20 % oder 30 % möglich.

Der jeweils anzusetzende Anteil wird von den Kriterien Einwohnerzahl, Quadratmeterpreis und Anzahl der Wohn- und Geschäftseinheiten abhängig gemacht.

20% / 80%
  • Gemeinden mit weniger als 100.000 Einwohnern
  • wenn der Quadratmeterpreis für baureifes Land weniger als EUR 400,-- beträgt
30% / 70%
  • Gemeinden mit mind. 100.000 Einwohnern und/oder Gemeinden mit einem Quadratmeterpreis für baureifes Land von mind. EUR 400,--,
  • wenn das Gebäude mehr als 10 Wohn- oder Geschäftseinheiten umfasst
40% / 60%
  • Gemeinden mit mind. 100.000 Einwohnern und/oder Gemeinden mit einem Quadratmeterpreis für baureifes Land von mind. EUR 400,--,
  • wenn das Gebäude weniger als 10 Wohn- oder Geschäftseinheiten umfasst

Für die Bestimmung der Anzahl der Einwohner in der jeweiligen Gemeinde ist das Ergebnis der letztgültigen Volkszählung heranzuziehen, welches vor dem Beginn des Kalenderjahres veröffentlicht wurde. Aktuell ist somit das Ergebnis der Volkszählung aus dem Jahr 2011 heranzuziehen. Aufgrund der Einwohnerzahl kann in den Städten Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck der Grundanteil nie 20 % betragen, da in diesen Fällen die maßgebliche Einwohnerzahl jedenfalls überschritten wird.

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis ist aus einem Immobilienpreisspiegel zu entnehmen.

Die oben dargestellte Form der Pauschalierung ist nicht anzuwenden, wenn ein Nachweis eines anderen Aufteilungsverhältnisses gelingt (z.B. in Form eines Gutachtens).