Beschäftigungsbonus 2017

Der Beschäftigungsbonus wurde mit 29.06.2017 im Nationalrat beschlossen und ist mit 01.07.2017 in Kraft getreten. Es handelt sich hierbei um eine Maßnahme zur Senkung der Lohnnebenkosten für Unternehmen, indem Zuschüsse für die Schaffung zusätzlicher vollversicherungspflichtiger Arbeitsplätze gewährt werden. Man erhofft sich dadurch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sowie eine Erhöhung der Standortqualität.

Wer wird gefördert?

Der Beschäftigungsbonus kann grundsätzlich von allen Unternehmen, unabhängig von Branche und Unternehmensgröße, in Anspruch genommen werden. Wichtig dabei ist, dass der Unternehmenssitz oder die Betriebsstätte in Österreich liegt und zusätzliche Arbeitsplätze in Österreich geschaffen werden.

Was wird gefördert?

Es wird die Schaffung von zusätzlichen vollversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen im Beschäftigungsausmaß von 38,5 Stunden gefördert.

Förderungsfähige Arbeitsverhältnisse entstehen ab 01.07.2017 durch die Anmeldung des Arbeitnehmers bzw. der Arbeitnehmerin zur Sozialversicherung, sofern es sich um folgende förderungsfähige Personen handelt:

  • Jobwechsler oder
  • als arbeitslos gemeldete Personen oder
  • Teilnehmer an einer gesetzlich geregelten Ausbildung

Weiters wird dabei vorausgesetzt, dass das Arbeitsverhältnis zumindest für einen ununterbrochenen Zeitraum von vier Monaten besteht und das betreffende Arbeitsverhältnis nicht bereits durch andere Zuschüsse gefördert wird.

Ob ein zusätzliches Arbeitsverhältnis geschaffen wird, wird anhand eines Referenzwertes gemessen. Dieser Referenzwert wird aus der Anzahl der Beschäftigten vor Entstehen des ersten zusätzlichen Arbeitsplatzes und aus der Anzahl der Beschäftigten am Ende der vier vorangegangenen Quartale ermittelt. Der Höchststand an Mitarbeitern zu diesen Stichtagen ist als Vergleichswert maßgebend.

Beispiel:

Die erste zusätzliche und förderungsfähige Person tritt am 15.08.2017 in das antragstellende Unternehmen ein. Die Beschäftigungsstände sind daher zu folgenden Stichtagen zu ermitteln:

1. Stichtag: 14.08.2017
Beschäftigungsstand: 5 Personen = Anzahl der Beschäftigten VOR Entstehung des ersten zusätzlichen Arbeitsverhältnisses

2. Stichtag: 30.06.2017
Beschäftigungsstand: 4 Personen = Anzahl Beschäftigte zum Quartalsende

3. Stichtag: 31.03.2017
Beschäftigungsstand: 5 Personen = Anzahl Beschäftigte zum Quartalsende

4. Stichtag: 31.12.2016
Beschäftigungsstand: 6 Personen = Anzahl Beschäftigte zum Quartalsende

5. Stichtag: 30.09.2016
Beschäftigungsstand: 5 Personen = Anzahl Beschäftigte zum Quartalsende

Der Höchstwert (Beschäftigungsstand: 6 Personen) wird als Referenzwert vertraglich fixiert. Die Beschäftigungsstände umfassen mit Ausnahme von Lehrlingen und geringfügig Beschäftigten alle im Unternehmen beschäftigte Personen und sind in Köpfen (= Anzahl an Personen) anzugeben.

Es können nur jene Arbeitsverhältnisse berücksichtigt werden, die eine Erhöhung des Referenzwertes darstellen.

Der Zuwachs muss zum Abrechnungsstichtag zumindest ein Vollzeitäquivalent betragen. Es handelt sich dabei um eine Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden. Der Zuwachs kann durch Voll- als auch durch Teilzeitkräfte nachgewiesen werden.

Wie hoch ist die Förderung?

Der Zuschuss beläuft sich auf 50% der Lohnnebenkosten (Dienstgeberbeiträge), wird bis zu drei Jahre ausgezahlt und ist von der Einkommensteuer befreit.

Zu den Lohnnebenkosten zählen:

  • Krankenversicherungsbeitrag
  • Unfallversicherungsbeitrag
  • Pensionsversicherungsbeitrag
  • Arbeitslosenversicherungsbeitrag
  • IESG-Zuschlag
  • Wohnbauförderungsbeitrag
  • Mitarbeitervorsorgekasse
  • Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds
  • Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag
  • Kommunalsteuer
Bis wann und wo ist der Förderantrag zu stellen?

Ein Antrag auf Förderung ist binnen 30 Tagen ab Entstehen des zusätzlichen Arbeitsverhältnisses bei der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) oder für Tourismusbetriebe bei der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) einzubringen.

Wichtiger Hinweis

Bitte beachten Sie, dass das Budget begrenzt ist. Es gilt das Prinzip first come - first served.